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Was und wo ist eigentlich die "Geistige Welt"?

TEIL 3  -  Die geistige Welt kennenlernen

Bisher glauben wir vielleicht noch dem Verstand und dem Ego, und denken, auf die geistige Welt sei kein Verlass. Aber wenn wir uns auf den Weg machen und uns immer wieder ohne Eile mit ihr befassen, können wir sie ganz allmählich immer besser kennenlernen, Vertrauen zu ihr fassen, sie schon hier und da für uns nutzen lernen und sie eines Tages immer deutlicher wahrnehmen.

Es mag anfangs erscheinen als lasse sie sich nicht fühlen - wo soll sie denn sein, und sie ist ja „nur“ Stille - aber das ist relativ: ihr großes Geschenk ist, dass sie bedingungslos und völlig tiefenentspannt ist! Wenn wir sie also beginnen, sie kennenzulernen, in sie einzukehren, dann können wir uns fühlen und können wahrnehmen, wie es ohne unser gewohntes lautes Räderwerk der Gedanken, Umstände und Bedingungen plötzlich vollkommen ruhig wird. Und das ist so ähnlich, wie wenn eine rasselnde Lüftung nach einer Stunde plötzlich ausgeschaltet wird, plötzlich Stille einkehrt und sich unser Innerstes wieder entspannen und ausdehnen kann.

Die geistige Welt ist allumfassend, geduldig, aufrichtig, bedingungslos wohlwollend und ohne jedes Limit. „No Limit“ ist überhaupt die beste Bezeichnung für sie. Denn in ihr gibt es ALLES, und wenn es in ihr überhaupt ein Limit gibt, dann schlicht und einfach nur durch uns: sobald wir selbst es innerlich aufgeben, gibt es auch keines mehr. „Dort“ fallen alle Begrenzungen einfach weg. Das ist wohl auch, was wir wahre Liebe nennen: das bedingungslose So-Sein-Dürfen, bedingungslos im Nest bleiben dürfen und dorthin gehören und dort sogar unter allen Umständen zutiefst gewollt sein!

Wenn ich die geistige Welt wahrnehme, dann sehe ich, dass sie so absolut wertfrei ist, dass es den Menschen regelrecht fremd ist. Ich habe noch keine Sekunde erlebt, dass in ihr irgendetwas beurteilt, geschweige denn verurteilt wurde. Es gibt einfach nichts anders als ein „Ist“ der Dinge.
Davon abgesehen dürfen wir allein schon deshalb so sein, wie wir sind, weil wir eigens dafür in diesen, unseren Film hineinerschaffen wurden, es wird also niemand kommen und uns dafür zur Rechenschaft ziehen, da wir so sind wie wir erschaffen wurden. Das Universum findet, jeder Einzelne von uns ist eine richtig gute Idee, denn das Universum hat absolut kein Problem mit Eigenlob. Du meinst, das kann auf Dich nicht wirklich zutreffen, weil Du doch immer dieses Gefühl von Unzulänglichkeit hast? Du ahnst nicht, wie duldsam und liebevoll die geistige Welt ist... (Wer einwendet, es gebe ja wohl Menschen, die so unsagbar Schlimmes getan haben, dass ihnen niemals mehr verziehen werden kann, lese bitte den ersten oder dritten Band von „Gespräche mit Gott“). Die Sängerin Pink hat ein wunderbares Lied geschrieben (Family Portrait), in dem sie ihren Vater um Frieden und Zusammenhalt anfleht, sie werde auch von nun an immer früh ins Bett gehen und auch sonst ganz wieder sein „kleines Mädchen“ sein, wenn er nur bleibe und alles wieder gut sei.

Es sind so unendlich kleine Vergehen, die uns in der Kindheit die Gewissheit gegeben haben, schuldig und sündig zu sein, und wir speichern jedes einzelne dieser kleinen Kavaliers-Delikte gnadenlos ab. Der Verstand ernährt und pflegt sie, das gehört zu seinem Film dazu, und reißt damit absolut alle Macht an sich. Und doch ist er selbst einfach nur etwas vom Menschen Erschaffenes. Er ist lediglich Teil des Ganzen. Er kann erschaffen werden und er kann wieder aufgelöst werden - ebenso all die von ihm erschaffenen Probleme. Die geistige Welt aber, das Sein, ist - sie ist schon immer und für immer und gebietet über alles und ist letztendlich die Schöpferin auch unseres Verstandes. Das ist der Unterschied, der für alle Zeiten verhindert, dass die beiden jemals gleichberechtigt zusammenkommen können. Was für ein Glück!

Eigentlich ist alles ganz einfach, doch warum merken wir davon nichts? Es gibt zwei massive Reibungspunkte zwischen uns und der geistigen Welt, und das sind unser Wille und unser Urteil. Das Thema habe ich mir im vierten Teil vorgenommen.

Von Herzen

Yvonne Mohr



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